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DVD: Alle Macht der Super8

Die DVD des FoeBuD-Mitbegründers padeluun -- hier im Shop.
Der Verkauf findet im Auftrag und auf Rechnung von Art d`Ameublement, Bielefeld, statt

 

Alle Macht der Super8 - Berliner Undergroundfilmer stellen sich vor. (DVD/Tour) Momentaufnahme der West-Berliner Subkultur 1978-1981

 
     
 

"Die Achziger Jahre fingen in Berlin 1977 an, 1978. Damals machte das Kantkino auch auf, Kippenberger hatte sein Büro im SO 36. Ich kann mich noch erinnern, ich wollte zur DFFB. Man hat mich nicht genommen. Und ich hab 'nen Film gemacht, aus dem Taxi raus gedreht und dann hörte ich: Mensch, da ist noch einer, der dreht auch 'nen Film aus dem Taxi. Das war Christoph Doering. Dann hab ich irgendwo padeluun kennengelernt und zwar im Cafe Mitropa." (Knut Hoffmeister)

Wer Ende der Siebziger Jahre nach West-Berlin zog, war nicht auf der Suche nach Ruhm, Erfolg und Karriere. Die Stadt mitten im sozialistischen Osten rottete gemächlich vor sich hin. Abgeschnitten und subventioniert von der Bundesrepublik, beschützt von den USA, umgeben von einer meterhohen Mauer. Berlin hatte keine Sperrstunde, dafür umso mehr Zeit und Raum, den man füllen und besetzen konnte. Die "Neuen Wilden" gründeten 1977 die Galerie am Moritzplatz, 1978 öffnete das SO 36. In Läden wie Schizzo, Café Mitropa, Risiko oder Café Swing wurde die Nacht zum Tag. Alltag wurde Kunst und Kunst Alltag. "Nichts ist wahr - alles ist möglich" war das Motto der Zeit. Eine neue Generation befand sich einmal wieder auf der Suche nach dem richtigen Leben im Falschen.

Streng anti-intellektuell und inspiriert von Punk machte jeder, was er konnte und auch das, was er nicht konnte. Daneben, dazwischen und mittendrin entstanden die Filme für "Alle Macht der Super8". Die Super8-Technik war kostengünstig und verfügbar. Jeder konnte ohne große Vorkenntnisse oder Aufwand damit arbeiten. Oder besser: Seine radikal subjektive Sicht der Dinge herstellen und verbreiten.

Die Filmer nutzten die Straße, die Stadt als Bühne, als Resonanzraum und Projektionsfläche. Es entstanden Filme, die roh, direkt und sehr persönlich ihre Sicht auf die damalige Frontstadt Berlin dokumentieren und das Lebensgefühl einer Jugend am Ende der Zeit, zwischen "Deutschem Herbst" und "Kaltem Krieg" widerspiegeln. Die Filme liefen in Kneipen und auf Konzerten. Sie projizierten auf Lastwagen, Häuserwände oder die Berliner Mauer. So gesehen führt der Begriff "Underground" fast schon in die Irre. Vielleicht sollte man besser von einer Parallelwelt sprechen, die die Berliner Boheme entwarf, lebte und, vor allem: kommunizierte.Das Kommunizieren hatte auch der Filmer, Musiker und Netzwerkaktivist padeluun im Sinn, als er im Januar 1981 dazu aufrief, selbstproduzierte Super8-Filme im Berliner "Café Mitropa" abzugeben. Viele Filmer folgen seinem Aufruf und padeluun ging schließlich mit 400 DM vom Sozialamt und einem neunstündigen Programm auf Tour durch die Bundesrepublik, Österreich und die Schweiz. Bis auf wenige Ausnahmen verschwanden die Filme danach in Kellern und Archiven - und wurden, wie manches dieser Zeit, zur Legende.

Bereits für den Punk! Kongress, der im September 2004 mit Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes stattfand, haben wir versucht, "Alle Macht der Super8 - Berliner Undergroundfilmer stellen sich vor" zu rekonstruieren. Bei der Recherche wurde jedoch schnell klar: So flüchtig, wie die Zeit,, war auch das Material. Wie zu erwarten, hatten die wenigsten Filmer ihr Werk ordentlich archiviert. Viele Filme sind zerstört oder verschollen und werden es wohl für immer bleiben.

Die DVD-Kompilation zeigt einen Ausschnitt, zwölf Super8-Filme aus dem Originalprogramm, sowie Knut Hoffmeisters "Deutschland". Interviews und Originaldokumente ergänzen und dokumentieren das gesamte Programm samt seiner unvermeidlichen Lücken.

Die Filme bezeugen eine Bewegung, die nie eine war, geschweige denn sein wollte. "Alle Macht der Super8 - Berliner Undergroundfilmer stellen sich vor" ist vielmehr eine Momentaufnahme der West-Berliner Subkultur von 1978-81: Radikal subjektiv, aufrichtig und voller Ironie.

Die Premiere fand im November 2005 in der Berliner Volksbühne statt. Im Anschluss ging das Programm, wie bereits 1981 wieder auf Tour. 

Filme

01. Pommes Frites statt Körner, Yana Yo BRD 1981, 5:15 min.
02. Ohne Liebe gibt es keinen Tod, Maye & Rendschmidt, BRD 1980, 4:18 min.
03. Der Elefant vom Potsdamer Platz, Peter Fischer Piel, BRD 1980, 7:30 min.
04. Berlin – Alamo, Knut Hoffmeister, BRD 1979 8:50 min.
05. Hammer und Sichel, Walter Gramming, BRD 1978, 6:07 min.
06. Don´t forget to leave the highway, padeluun, BRD 1979/80, 6:49 min.
07. Underground USA, Ika Schier, BRD 1980, 5:39 min.
08. Die Enthüllung des Phantoms, Hella Santarossa, BRD 1978 8:20 min.
09. Handlich, Ruza Spak, BRD 1980, 8:53 min.
10. 3302, Christoph Doering, BRD 1979, 14:24 min.
11. Nur Geld ist aufregend, Axel Brand&Anette Maschmann BRD 1980, 11:34 min.
12. Darum oder was erwartest Du, Jürgen Baldiga, BRD 1980, 7:25 min.

Extras

Deutschland!, Knut Hoffmeister, BRD 1980, 21:08 min.
Interviews mit Yana Yo, Axel Brand, Knut Hoffmeister und padeluun, 12:24 min.
Katalog "Alle Macht der Super8" (1981) als PDF-Dokument

Booklet mit zahlreichen Originaldokumenten, Hintergrundinformationen und Fotos. Interviews und Texten von und mit Yana Yo, Christoph Doering, Knut Hoffmeister, Axel Brand und padeluun.

 

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